Mitteilung des Kriseninterventionsteams

Liebe Eltern,

die durch das Corona-Virus hervorgerufene Krankheit COVID-19 betrifft uns alle: Die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler d├╝rfen die Schulen nicht mehr besuchen. In Bayern wurde der Katastrophenschutz ausgerufen. Wir wissen nicht, welche Ma├čnahmen in den kommenden Tagen und Wochen noch getroffen werden.

Diese besondere Situation verunsichert viele Menschen. Daher hat das Kriseninterventions- und Bew├Ąltigungsteam Bayerischer Schulpsychologinnen und Schulpsychologen (KIBBS) einige hilfreiche Hinweise f├╝r Sie zusammengestellt.

Wie reagieren Kinder und Jugendliche auf belastende und verunsichernde Situationen?

Jedes Kind, jeder Jugendliche reagiert anders. Manche sp├╝ren k├Ârperliche Symptome wie M├╝digkeit, Kopf- und Bauchschmerzen oder Appetitverlust. Manche sind sehr ├Ąngstlich, sehr verunsichert oder besonders nerv├Âs und reizbar. Andere wiederum haben Ein- und Durchschlafprobleme. Es gibt aber auch Kinder, die keine offensichtlichen Stressanzeichen zeigen.

Was k├Ânnen Sie f├╝r Ihr Kind tun?

Ihr Kind braucht Sie jetzt besonders. Zeigen Sie Zuverl├Ąssigkeit, Zuversicht und Ruhe in Ihren Worten und Taten.

  • Lassen Sie Ihr Kind Gef├╝hle auf seine Art zeigen und seien Sie da. Nehmen Sie die Gef├╝hle und Sorgen Ihres Kindes ernst.
  • Nehmen Sie sich jetzt besonders viel Zeit f├╝r Ihr Kind! Wenn es will, kann es beim Spielen, beim Basteln oder beim Malen leichter ├╝ber Beunruhigendes sprechen oder schwierige Fragen stellen.
  • Geben Sie Ihrem Kind viel N├Ąhe und Zuwendung. Auch wenn es daf├╝r eigentlich schon zu gro├č ist. Manche Kinder wollen jetzt nachts nicht alleine schlafen oder n├Ąssen pl├Âtzlich wieder ein. Das sollte nach ein paar Tagen besser werden.
  • Sprechen Sie so mit Ihrem Kind, dass es die Dinge verstehen kann. Erkl├Ąren Sie Ma├čnahmen wie Schul- und Gesch├Ąftsschlie├čungen oder eingeschr├Ąnkte soziale Kontaktm├Âglichkeiten. Machen Sie es nicht zu schwer, aber beantworten Sie die Fragen ehrlich, wenn Sie es k├Ânnen.
  • ÔÇó Besprechen Sie nicht alles, was vielleicht sein kann. Sonst werden Angst und Unsicherheit noch gr├Â├čer. Besch├╝tzen Sie Ihr Kind gerade jetzt vor beunruhigenden Bildern aus dem Fernsehen und dem Internet.
  • Zeigen Sie Ihrem Kind, wie besonnen Sie mit der Situation umgehen. Besprechen Sie, was Sie beruhigt und Ihnen hilft. Ihr Kind lernt von Ihnen mit der schwierigen Situation umzugehen.
  • Fragen Sie Ihr Kind, welche Hilfe es m├Âchte, wenn es beunruhigende Gedanken hat. Vielleicht m├Âchte es Ablenkung oder mehr Ruhe?
  • Helfen Sie Ihrem Kind auch, sich abzulenken. Spiel, Sport und Spazierengehen sind daf├╝r gut. Beziehen Sie Ihr Kind zum Beispiel auch mehr in Haushaltst├Ątigkeiten mit ein.
  • Geben Sie Ihrem Kind eine feste Tagesstruktur mit ausgewogenen Aktivit├Ąten (Lern- und Spielzeiten), regelm├Ą├čigen gemeinsamen Mahlzeiten und Schlafenszeiten. Planen Sie den Tag oder die Woche gemeinsam mit Ihrem Kind (z.B. mithilfe von einem ├ťbersichtsplan oder Kalender, den Ihr Kind gestalten kann).
  • Nutzen Sie die Lernangebote der Schule Ihres Kindes. Informationen dazu bekommen Sie von Ihrer Schule.
  • Erm├Âglichen Sie Kontakte mithilfe der sozialen Medien. Auch wenn geliebte Menschen wie Gro├čeltern oder gute Freunde jetzt nicht mehr besucht werden sollten, zeigen Sie Ihren Kindern wie sie trotzdem in Kontakt bleiben k├Ânnen (z.B. Telefon, Bilder und Gespr├Ąche ├╝ber soziale Medien). Aber lassen Sie sich und Ihre Familie auch hier nicht von zu viel Aufregung anstecken!
  • Informieren Sie sich ├╝ber Aktuelles auf seri├Âsen, vertrauensw├╝rdigen Seiten. z.B. auf der Seite des Robert-Koch-Instituts (www.rki.de oder www.km.bayern.de)

  • Lassen Sie sich nicht entmutigen!

Ihr Kriseninterventionsteams der Schulpsychologen